Kinotherapie

Während in den vorgennanten Formen der Psychotherapie man sein Symptom durch die Worte (Analyse, Psychotherapie) oder durch den Körper, (Dramatherapie) erforscht und bearbeitet, hier kann die Untersuchung der Symptomen zusammen mit anderen, in einer Film-Gruppe, durch die Sinne stattfinden.

Unter ΄΄Sinn΄΄, verstehen wir nicht nur den Sinn als Empfindung sondern auch den Sinn als Gefühl und als Emotion. Dieser Bearbeitungsprozess durch die Sinne und Emotionen, findet durch das Bild statt. Und nicht durch irgendwelches Bild (das einseitig nur das Sehen beinhalten wuerde), sondern durch das Film- Bild, zu dem auch Klang gehört, und dass durch die Montage und ihre facettenreiche Technik nicht nur die ganze Reihe der anderen Sinnen zu beinhalten kommt, sondern auch eine ganze Reihe von neuen Sinnen zu schaffen erreicht, wie Deleuze in seiner revolutionaeren Arbeit fuer das Kino gezeigt hat.

Die Kinotherapie im Rahmen des A.P.Z findet durch die Navigation über einen Zyklus sehr sorgfältig ausgewählter Filmen statt, die in ihrer spezifischen Reihe der Darstellung eine schrittweise Reflexion über verschiedene Bereiche von Interessen entwickeln. Eine Reflexion, die bis zu der Identifizierung der einzelnen Symptomen kulminiert. Jeder Filmvorführung folgt eine Diskussion in der Gruppe, die die freien Assoziationen rund um die aktuellen Problembereiche weiterentwickelt.

Derjenige, der Intresse für diese Art von Therapie zeigt, gehoert moeglichst zu den Menschen, die durch sensorische Einfluesse zuerst als Zuschauer mobilisiert werden, als ob sie nicht selbst das Symptom haetten, und die nicht gern so direkt und ausführlich darüber sprechen wollen, aber durch persönlichere Wege, durch eine privatere, einzel-Sprache das bearbeiten wollen, falls natuerlich das Vorhandensein von anderen um sie herum, d.h.der Rest des Teams sie nicht stört.

Diese Behandlung eignet sich eher für Menschen, die über ihr Problem sprechen moechten, aber die nicht unbedingt darüber viel reden wollen.